Das ist sicherlich unterschiedlich.
Wichtig ist zunächst einmal:
Erstens. Vertrauen schaffen, dem Kind Glauben schenken, den es sonst nirgends findet, vor allem nicht in der Schule. Wenn eine Institution, die du dem Kind als glaubwürdig verkauft hast, sich in seinen Augen als Ungalubwürdig herausstellt, dann verlierst auch du deine Glaubwürdigkeit - das ist auch mit ein Grund warum Kinder nicht offen zu Hause über ihr Mobbingproblem reden.
Kleines Beispiel:
Zu Beginn des Jahres 2016 fingen wir an alle Vorfälle zu notieren. Mein Sohn erzählte mir sie direkt nach der Schule am Telefon, ich notierte sie in einem Worddoc.
Als ich eines Abends, nach einem schlimmen Vorfall in der Schule nach Hause komme, fragt er mich ob ich das gleich notiert hätte was er mir am Telefon erzählt hatte. Er wolle alles nicht noch einmal erzählen (das erinnert mich an die email einer anderen Mutter die berichtete, dass ihr Sohn immer noch anfängt zu weinen wenn er vom Mobbing durch Tayfun erzählt).
Gott sei Dank hatte ich - und ich konnte es ihm auf der Stelle zeigen. Das ist wichtig. Hier beginnt soziale Kontrolle durch das Kind und wenn du einmal als Eltern versagst (das gilt übrigens auch für euch Lehrer!), dann ist kein V ertrauen mehr möglich.
Glaubt nicht den Scheiss mit der Zweiten Chance etc.
Das Zweite ist Zeit. Ich glaube nicht an windige Schulpsychologen. Sie wurde ursprünglich eingeführt um Lehrer bei der Schulorganisation zu beraten. Heute wollen die eifrig Mobbingopfer behandeln, sich aber nicht im Geringsten um die Täter kümmern, weil sie genau wissen, dass hier nur scheitern angesagt ist.
Und so viel haben sie von Freud gelernt: dass das dann nicht gut für sie ist.
Der Grund warum ich nicht an die heutige Schulpsychologie glaube:
1. verdienen sie Geld mit dem Leid meines Kindes
2. haben sie nicht ansatzweise die Zeit um sich mit meinem Kind so auseinanderzusetzen wie es notwenig wäre. Das wissen sie auch, also verdienen sie noch mehr Geld.
3. und entscheidend: Sie glauben dem Kind nicht und sind nicht in der Lage zu beurteilen, weil sie selber unfähig sind Vertrauen zu ihm aufzubauen.
Ausnahmen bestätigen die Regel, aber ich kenne keine Ausnahme. Psychologen sind die Berufsgruppe mit den meisten Vorurteilen.
In unserem Fall hatten wir Glück. Ich bin selbständig und kann auch mal ein Jahr Pause machen. Das habe ich dann auch sofort gemacht und habe meinem Sohn erklärt, dass mein "freies" Projekt in diesem Jahr er ist.
Ich werde mich an erster Stelle um ihn kümmern.
Inzwischen ruft er mich jeden Tag nach Schulende an und berichtet asusführlich - ob was passiert ist oder nicht und wir diskutieren alles gemeinsam.
Er ist in diesem Jahr sehr groß geworden.
Zur Zeit gehört sie zu nutzen. Und man sollte sie dazu nutzen das Selbstbewußtsein des Kindes zu reparieren. Wie wir wissen ist dazu Öffentlichkeit und Solidarität ein zentraler Schlüssel. Wir haben Videos gemacht, er kocht gerne japanisch, haben Songs im Studio aufgenommen, die er selber komponiert und getextet hat, ich habe ihn zum Karate gebracht, wo er einen super Lehrer (Polizist) gefunden hat.
Noch einwenig Geduld und ich werde alles medienwirksam veröffentlichen.
Zum Dritten, das Kind rechtzeitig aus der Schule nehmen. Das hieß jetzt für uns nicht die Schule wechseln. Sondern, immer dann wenn er attackiert wird wird er ein oder zwei Tage aus der Schule genommen mit Benachrichtigung der Schulleitung, Schulaufsicht und der Polizei (ist wichtig für die Dienstaufsichtsbeschwerde) unter Angabe der Gründe. Polizei ist wichtig, da bereits Anzeigen laufen und dem Vater des Mobbenden Kindes klar sein muss, dass dies zukünftig Konsequenzen zeitigt.
Weiter haben wir ihn aus allen freiwilligen AGs der Schule genommen, wie Chor und Gitarrenunterricht. Chor fand zwar unter Leitung der Schulleiter+in statt, doch sieht sie natürlich nie was. Na sowas....
Gleiches gilt für Ausflüge: Wenn die Begleitung nicht bekannt oder nicht in unserem Sinne war, blieb er zu Hause.
Jede Mobbinattacke sowohl der Schulleitung, wie der Schulaufsicht, wie der Polizei melden hat langfristig Folgen: Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo es ihnen zuviel wird.
Inwischen begleitet nur noch eine bestimmte Lehrerin die Klasse bei jeder Aktivität. Die Klassenlehrerin kann man ja vergessen (was der Schulleitung und eigentlich allen in der Schule bewußt ist, sie sie aber schlicht hängen und verhungern lassen. Es ist schon eine eigenartige Politik der Schulleiter+in eine Frau als Klassenlehrerin für die Klasse mit den schwierigsten Kindern zu bestimmen, die ein kompletter Frischling ist und überhaupt nicht klar kommt).
Nun, zum Glück besucht mein Sohn auch die japanische Schule und hier fand er immer viel Rückhalt, hier gibt es kein Mobbing, hier gibt es gute Lehrer, hier genießen die Lehrer UND die Kinder Respect, sodass er seinen Glauben an die Schule nicht verloren hat. Hier kann er freundlich und engagiert sein, ohne Verdacht zu erregen.
Zum Vierten schließlich: Wenn man sein Kind schützen möchte: jede am Mobbing beteiligte Person zur Rechenschafft ziehen. Dann lernt man einiges über Juristerei, Kabbale und Intrige. Entscheidend ist hierbei nie der kurzfristige Erfolg.
Der anglo-amerikanische Raum bezeichnet den Sinn davon als: "justify yourself". Stehe deinem Richter Rede und Antwort: Irgendwann in seinem Leben wird dein Kind dein Richter sein und dich fragen - Was hast du getan, als ich Hilfe brauchte!
Wer das nicht alleine kann: Im Netz gibt es Vordrucke für Strafanzeigen oder man nimmt sich einen Anwalt - und wer meint das kostet zu viel beantrage Prozesskostenhilfe.
Ich lege ihm meinen Blog und meine Strafanzeigen vor und ich schenke ihm meine Zeit, sodass sie zu unserer Zeit wird.
Eins sollte man nie vergessen: Es besteht immer die Gefahr, zumal durch die Schule gefördert, dass das Opfer Verhaltensweisen der Täter übernimmt. Es gilt also die Verhaltensweisen, die oft ungewöhnlich scheinen, genau zu studieren und wenn nötig zu korregieren. Auch das kostet viel Zeit und kann kein wie auch immer Psychologe leisten. Hier zählt einzig und allein die Familie, die Freunde.